Unterrichtstipps - unsortiert

 

Wenn's um Bassunterricht geht, dann ...


kann man davon profitieren oder das Gegenteil davon.


Ein paar kleine Ratschläge. Nur ein paar.


Unter Freunden.


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Gell do glodschd...
  1. Du übst nicht für Deinen Lehrer, sondern NUR für Dich selbst. Du übst auch nicht für Deine Eltern! Klar kann der Lehrer mehr oder weniger zufrieden sein. Du ja auch. Aber Du bist es ja, der vorwärts kommen will.

  2. Üben ist keine Strafe! Du tust Dir damit was Gutes: Du spürst Deinen Bass am Körper, tauchst ab in die Welt der Musik, erringst Deine Siege, weil Du was dazugelernt hast, kannst von Deinem Alltag abkoppeln, schaffst Dir eine Ausdrucksmöglichkeit, um mit anderen Gleichgesinnten viel Freude zu haben, genießt den Schmerz in Fingerkuppen, Füßen und Rücken. Stell Dich um und BELOHNE Dich mit Üben. Tu Dir inmitten Deines Alltags selbst was Gutes. Nimm den Bass in die Hand mit der Vorfreude wie als wäre es eine Tasse Kaffee oder ein Stück Schokolade. Der Bass ist Dein bester Freund!

  3. Packe den Bass sofort aus, wenn Du vom Unterricht zurückkommst. Lass ihn unbedingt unausgepackt. Nicht wieder einpacken! Und sorge dafür, dass er im Weg herumsteht. Und denke daran: er guckt Dich sehnsüchtig an wie ein Hund, der endlich mit Dir Gassi gehen will. Mach was mit ihm. Gib ihm einen Namen oder sowas. Selbst ein Gute-Nacht-Küsschen auf die Zarge hat irgendwie was Gutes.

  4. Beim Üben unbedingt das Handy auf Flugmodus, Computerbildschirm aus. Es ist Deine privateste Zeit. Messenger und andere Ablenkungsmanöver behindern Dich dabei. Dieses Zeug bringt Dich im Leben keinen Meter vorwärts. Das Üben aber schon!

  5. Finde eine Tageszeit oder einen Trick, wie Du den Bass in Deinen Alltag integrieren kannst. Wann bist Du am fittesten? Wann wäre etwas Zeit? Finde Deinen persönlichen Ort, an den Du Dich mit Deinem Bass zurückziehst. Abends die Kinder hinlegen und den Bass in die Hand nehmen - das bleibt den Kindern für immer eine schöne Erinnerung und Geborgenheit. Die 15 Minuten zwischen Frühstück und Busabfahrt eine oder zwei Übungen machen. Wenn das Mittagessen noch nicht fertig ist. Wenn man drauf wartet, dass der Hefezopf im Ofen fertig wird. 

  6. Die Woche durch gar nicht üben und dann 30 Minuten vor Unterrichtsbeginn schnell noch ... bringt nicht ganz so viel. Wie sollen sich denn auf diese Weise Deine Muskeln, Deine Hornhaut, Deine Motorik, Dein musikalisches Verständnis trainieren? Glaube mir: gäbe es ein Instantpulver, das man mit einem Glas Saft einnehmen könnte und dann wäre man innerhalb von 30 Minuten musikalisch weiter ... ich hätte es selber genommen und würde es jetzt an Dich verkaufen. Hier läufst Du in diese Falle: so kann man dem Lehrer sagen, man hätte ja schon geübt, aber es wäre halt so schwieriges Zeug und so, oder es war so gar keine Zeit ... für das, was man liebt hat man immer Zeit (frag mal einen frisch Verliebten). Bringt uns zurück zur Frage: Für wen übst Du eigentlich?

  7. Gar nicht geübt zu haben und dann nicht zum Unterricht zu gehen (aus berechtigter Angst vor dem grimmigen Lehrer) ist mit die schlechteste Idee. Dann lieber hingehen und was anderes machen, das irgendwas tut. Fragen Sie Ihren Basslehrer oder Apotheker. Sag ihm, dass Du zu nix kamst - er muß es nicht erst selber herausfinden müssen. Blöd halt, dass er in diesem Moment nicht im Stoff vorwärtsgehen kann und wenn man das ein paar Mal macht, die selbe Seite im Heft als Aufgabe notiert ist - für Wochen. Das ist nicht so schön. Für keinen von uns. Also mach das nicht zu oft. Wenn sich zu viele Schüler bei mir anmelden, sind diese Schüler die ersten, die ich dann nett zu Exschülern küre.

  8. Übe lieber weniger lang, aber dafür total oft. Mach 15 Minuten und das 2-3x am Tag. Oder nur 10 Minuten. In dieser kurzen Zeit nimm Dir ein spezielles Thema vor, an dem Du arbeiten sollst. Das Zauberwort heißt „regelmäßig“. Helfen tun auch solche Glaubenssätze: „Bevor ich meine Mails lese (ein Buch lese, einen Film gucke, zur Toilette gehe), spiele ich immer erst 15 Minuten Bass.“ Sowas macht irgendwann richtig Spaß. Lies in der Techniksammlung hinten die Tipps zum Üben.

  9. Wenn Du ernst machen willst (ob mit dem Ziel zu studieren oder auch nur einfach so), dann kommen wir leider mit 15 Min am Tag nicht weiter. Hier reden wir von 2-3 Stunden am Tag. Und wenn Du schon studierst, dann von 6-8 Stunden. Oder hast Du mal einen Profisportler gesehen, der nur mit bloßem Kapieren zum Weltmeister wurde?

  10. Die Köhler-Techniksammlung ist nicht geheim (dass nur die Seiten, die man schon durchgenommen hat, erlaubt wären). Sie soll gelesen und ausprobiert werden. Blätter drin herum. Mach Dich damit vertraut. Entdecke die Schätze darin.

  11. Richtig dosieren: Begehe nicht den Fehler, immer nur Dein Konzertstückchen rauf und runter zu spielen. Das ist schön und gut und nett, aber das läßt Dich auf der Stelle treten. Teile Deine Zeit ein und unterteile sie in Tonleiter, Technik, aufgegebene Stücke und Deine Orchesterliteratur.

  12. Komm nicht zu spät zum Unterricht. Genauso schlimm ist es, wenn Du permanent viel zu früh kommst - das wirkt nicht gut. Ausnahme: Es sind viele Schüler hintereinander. Dann ist es sogar erwünscht, dass Du beim Unterricht der anderen zuhörst. Da lernst Du bald mehr als in Deinem eigenen Unterricht. Beachte aber diese Regel: hat ein anderer Unterricht, rede bitte nicht ständig rein. Es ist sein Unterricht.

  13. Respektvoll Bass spielen: Bassunterricht ist sauteuer - einer hat das die ganze Zeit bezahlt. Und das Equipment auch. Der Aufwand zum Unterricht zu gehen war sehr hoch. Du hast den Bass endlos weit geschleppt. Du hast so viel investiert, um da zu sein, wo Du gerade bist. Wirf das nicht weg, sondern behandle es wie einen Schatz. Nicht zu üben ist respektlos Dir selbst gegenüber und allen gegenüber, die daran beteiligt waren, Dich so weit zu bringen. Nimm das ernst. Gerne mit Humor und Spaß. Aber nimm es ernst.

  14. Träume! „Willst Du ein Segelschiff bauen, dann lehre die Leute nicht das Handwerk, sondern wecke in ihnen die Sehnsucht nach dem weiten Meer.“ Wo geht Deine Bassreise hin?! Bedenke, dass Jugendorchester und andere Laienorchester oft sagenhafte Reisen unternehmen. Diese Dinge bleiben Dir den Rest Deines Lebens erhalten und im Alter, wenn Du vor lauter Alzheimer Deine Kinder nicht mehr erkennst, wird genau das aus Deiner Erinnerung heraus sprudeln. Oder soll es etwas mehr sein, sowas wie Solokonzerte, Studium etc? Groß zu träumen hilft gut über diese Wochen und Zeiten hinweg, wo es nicht so gut läuft oder wo man irgendwie zu nix kommt. Und ja, solche Zeiten gehören auch dazu.

  15. Kritik ist gut gemeint. Dein Lehrer versucht das Maß zu finden, das er Dir zumuten kann, damit Du vorwärts kommst. Das wird und das sollte Dich fordern. Das heißt nicht, dass das, was letzte Woche war, schlecht gewesen wäre. Es heißt nur, dass es weitergeht zur nächsten Stufe.

  16. Selbstkritik ist gut. Meistens. Z.B. beim Üben. Aber mache Dich nicht ständig selber schlecht vor Deinem Lehrer (oder später vor den Basskollegen). Das taugt zu nichts. Gar nichts. "Ich habe heute wieder so schlecht gespielt." Was soll der andere denn bitteschön da drauf antworten? 

  17. Basslehrer sind auch nur Menschen. Er ist hier zwar ein Dienstleister, aber er mag auch gerne Kuchen essen und hat außerdem ein Privatleben. Götter sehen anders aus. 

  18. Dieser Lehrer ist doof? Wenn Du merkst, dass Du bei einem Lehrer nicht mehr weiterkommst und dass Du irgendwie stecken bleibst, den Spass verlierst, wenn Du etwas anderes von einem Lehrer erwartest, dann wechsle zügig den Lehrer! Außerdem kommt es auch mal vor, dass die Chemie zwischen Lehrer und Schüler nicht stimmt. Wer hier nicht schnell wechselt, gibt in der Regel das Instrument auf. Böser Fehler! Ich selbst bin nicht sauer, wenn sich Leute zu einem anderen Lehrer aufmachen. Einfach, weil sich Leute von anderen Lehrern zu mir aufmachen. Es geht um Dich und dass Du vorwärts kommst.

  19. Information hilft. Bist Du zufrieden mit dem Lehrer, dann lade andere Bassisten ein, doch mal bei Deinem Unterricht zuzuhören! Warum nicht? Hospitieren tut allen Beteiligten gut. Deine gute und saubere Technik, die Du bei mir gelernt hast, ist schon auch Werbung für mich, aber nett, wenn Du ein Wort darüber fallen läßt.

  20. Anderswo dazulernen: Nicht jeder Unsinn, den man bei irgendwelchen Basskursen aufsammelt, ist ein Segen. Das wird Dir Dein Lehrer schon wieder austreiben. Dennoch sind Basskurse und Meisterklassen total befruchtend. Sie motivieren, sie geben Dir neue Ideen, bringen Dich ins Netzwerk und lassen Dich Größeres vornehmen wollen. Gute Sache. Machen.

  21. In diesem Zusammenhang: Versuche nicht, Deinen Lehrer zu unterrichten. Sonst besteht Dein Unterricht aus Diskussion, Frust und letztendlich hast Du nicht das mitgenommen, was Dir Dein Lehrer anzubieten hatte. Laß Dich auf das ein, was er Dir zeigt und bremse Deinen Hang zu diskutieren. Im Grunde ist dieses Diskutiererei ja schon irgendwie komisch: Du kommst zum Unterricht, zahlst dafür, und das tust Du, um Deinem Basslehrer das Bassspielen beizubringen? Irgendwie ... das hinkt. „Wer weise werden will hört zu, denn durch Reden lernt man nichts von anderen.“

  22. Selbstkontrolle: Schon mal die Idee gehabt, Dich auf Band aufzunehmen? Mach das mal in 6-Monats-Abständen. Und irgendwann hörst Du Dir Deine ersten Aufnahmen an. Glaubst Du nicht, dass das total motiviert? Eine Kamera ist auch eine gute Idee. Guck Dich mal an, wie Du spielst. Kommt da was rüber? Oder WAS kommt da rüber? Seit Smartphone und Tablet ist das ein Kinderspiel. Kameras kosten eher viel Zeit, aber ein Spiegel ist Gold wert! Es muß kein mannshoher Spiegel sein, denn ein Spiegel vergrößert ja. Aber: guck Dir beim Spielen auch zu. Nicht einfach den Spiegel da hängen lassen und nicht reingucken! Nimm Deinen Blick weg von den Saiten. Da gibt es nix zu gucken!

  23. Übe immer von langsam (und gleichmäßig) nach schnell. Wer schnell herumdudelt und 100x an der gleichen Stelle hängenbleibt, kommt auch sonst im Leben nicht weiter. Das Metronom ist ein überaus gutmütiger, gleichtaktgesinnter Freund, der Dir niemals was übel nimmt. Es ist halt so schrecklich gefühlsarm, weil es mit Deinen Problemen so gar nicht mitfühlen kann. Bau eine intensive Beziehung zu Deinem Metronom auf. Es sagt Dir genau, wo es lang geht. Und: nicht einfach das Ding anmachen und dann weiter so spielen, wie man schon immer wollte. Hör auf es. Komme von der langsamen Seite an Deine Grenze, übe etwas über die Grenze hinaus und geh dann wieder mit dem Tempo zurück ins Machbare.

  24. Das innere Metronom: Gewonnen hast Du, wenn das Metronom zum Metrum in Dir drinnen geworden ist - ohne dass das Metronom noch läuft. Da erst beginnt Musik! Wenn das Metrum zur Unbedingtheit wird und die Beliebigkeit und den Zufall überwindet. Es muß in Dir drin immer der Rhythmus abrufbar sein. Sonst wird das nichts. Schon mit dem ersten Takt mußt Du das Ding finden, was das Stück durchzieht (in der populären Musik nennt man das "Groove"). Wenn Du be-griffen hast um was es geht, dann spürst Du schon kurz vorher, was die Musik gleich machen wird. Wir sprechen hier über die höchste Ebene im Musiker-Erleben. Das sind die Leute, neben denen man gerne spielt und von denen man den Eindruck hat, dass einfach alles stimmt, dass die richtig mit der Musik zusammen atmen, wo alles natürlich, logisch und sicher erscheint. Zwei Dinge braucht es zum Anfang: das Metronom und den Willen, die Musik 1 Takt vorher schon zu hören und zu erahnen. Und die Praxis formt das in Deine Musiker-DNA.

  25. Hardware und Software: Viele Dinge verhelfen zum Erfolg, z.B. ein guter Lehrer mit einer gesunden Technik und der Gabe, das weiterzuvermitteln, gutes Unterrichtsmaterial, befruchtende Basskollegen, regelmäßiges und gezieltes Üben usw. Aber manchmal ist es auch einfach die Hardware, die Dich bremst: Der Bogen (zuallererst!), der Bass, die Saiten, das Kolophonium. Dazu muß man halt Geld in die Hand nehmen. Das gehört ganz natürlich dazu und wenn man zu verstehen beginnt, welche Unterschiede das machen kann, wird das zu einem richtigen Spaß! Andererseits: Wer nur hier herumexperimentiert** und dafür nicht übt oder nix von seinem Lehrer annimmt, dem ist wiederum auch nicht zu helfen. Egal was Du tust: Du investierst in Dich selbst, Deine Zukunft und die Geschichten, die Du damit schreiben wirst. 

  26. Lehre selber. Beginne bald nachdem Du selbst Unterricht genommen hast, selber Unterricht zu geben. Überraschend? Nein, gar nicht. Wenn Du anderen erklären mußt, was Du selbst gerade erst gelernt hast, glaub mir, das sitzt für immer. Du mußt mit Problemen umgehen lernen, die nicht Deine sind - und deshalb auch nie Deine werden. Und Du weißt viel besser, was Du selber tust. Das hier ist ein riesiges Musikergeheimnis! Bring andere vorwärts, genieße ihren Erfolg und Dein Lohn ist 100fach und das fühlt sich bombastisch an. Wenn Du anderen das Bassspiel beibringen kannst von ganz dem Anfang bis zu Deinem Stand und darüber hinaus, dann machst Du u.a. auch Deinen eigenen Lehrer glücklich. Dann hat er nämlich alles richtig gemacht.

  27. Tut weh? Manchmal. Manches. Die Füße, die Fingerkuppen, die Arme, die Gelenke, der Rücken ... interessant ist, dass sich vor allem meine weiblichen Schüler kaum was anmerken lassen (räusper!). Du brauchst sowas wie einen Ausgleich für einseitige Belastung - Sport und so. Aber durch eisernes Training kommt Gewohnheit, Muskeln und Kraft, Hornhaut ... ein bißchen muß man das wollen und nicht jammern. Sind Kraft und Hornhaut da, und hat man gelernt, wo man richtig zupacken muss und wo nicht, dann kommt der Lohn: Spass an der Sache! Und meistens handelt es sich nur um ein paar Tage Konsequenz und alles geht seinen Gang. Wer Schmerzen meiden will und deshalb lieber nichts macht (bis zum nächsten Unterricht), kommt nicht über die bildliche Sandbank drüber und fährt ständig sein Boot fest, statt lustvoll im offenen Meer herumzukurven. Liebe den Schmerz. Und finde raus, wie man damit umgehen kann.

  28. Pandemie-Zeiten sind extra Zeiten, um richtig gut zu werden. Es gibt im staatlichen Verordnungswahn ganz sicher keine Einschränkungen, Bass zu üben. Nutze das als geschenkte Zeit und komme als spitzenmäßig trainierter Bassist da raus. Hilft auch super gegen Schwermut.

  29. More to come.

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Ich frag dann mal nach...

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