Wie ich Jesus erlebt habe |
Schon kurz nach meinem Anfang an der Oper Braunschweig lebte ich mit der Perspektive, daß sich die nächsten 42 Jahre nichts mehr tun würde. Weil ich nun auch innerlich so leer war, kam ich zum Schluß, daß ich mein Leben auch gleich wegwerfen könnte. Ein kleiner Gedanke schlich sich aber doch ein: "Wie war denn das nochmal mit Gott?" und ich machte mich auf die Suche. Ich besuchte Sonntag für Sonntag eine andere Kirche und ... es wurde immer schlimmer. Ich fand einfach nicht, wonach ich suchte.
Bei einer ganz anderen Gelegenheit begegnete ich einem jungen Pastor, der mich zu sich nach Hause zum Frühstück einlud. Das war meine Chance und ich wurde endlich ein paar Fragen los, die man mir in der Kirche nicht beantwortet hatte. Seine Antworten waren einfach und verständlich.
Nun war ich aber neugierig, was denn das für eine Kirche sei - und fand mich in einer Gemeinde Gottes wieder, die eine der unzähligen Freikirchen in unserem Land ist. Dort begegneten mir die Menschen unheimlich offen und freundlich - ich war beeindruckt.
Zwei Wochen später machte ich mich auf, das Gebetsfrühstück mittwochmorgens um 6 Uhr zu besuchen. Ich erwartete besonders "heilige" Leute. Es kamen aber ganz normale Duundichs. Aber als sie zu beten anfingen, merkte ich plötzlich, daß Jesus hier in diesem Raum ist. Jesus sprach mich an diesem Morgen ganz direkt an - ohne daß einer der anderen das mitbekam. Er war da und ich wußte, daß jetzt der Moment ist, ihm mein kaputtes, leeres Leben auszuliefern. Ich bat ihn, mir meine Schuld zu vergeben und daß er doch mein Leben nehmen sollte, wenn er es denn noch wollte. Er wollte. Und er übernahm die Leitung.
Mir rollte schlagartig eine große Last von meinem Herzen - die Schuld, die ich mit mir herumgetragen hatte. Dafür kam eine unbändige Freude. Plötzlich war Jesus nicht mehr eine historische Figur, sondern ich durfte ganz praktisch und persönlich erleben, daß er lebt und eine Beziehung zu mir haben wollte, so intensiv und intim, wie sonst nichts auf dieser Erde.
Seither haben sich viele Dinge verändert. Mein Leben bekam wieder Sinn. Es wurde aufregend und spannend. Das lästige Bibellesen wurde plötzlich zu einem persönlichen Reden Gottes und ich verstand, was ich las. Ich entdeckte neue Gaben, die in mir ruhten. Dazu fand ich mich plötzlich in einer liebevollen Gemeinde wieder, die mir Familie wurde. Lebenslange Freundschaften haben sich dort entwickelt, von einer bis dahin unbekannten Qualität. Und so nebenbei half mir Gott, Altlasten in meinem Leben zu beseitigen, Schuld zuzugeben und um Vergebung zu bitten.
Und noch eins hat sich entscheidend verändert: das Wissen, daß Jesus bereits alles für mich getan hat und daß ich deshalb "bei Gott durchkommen" würde. Ich werde bestehen. Nicht weil ich so großartig bin, sondern weil Jesus sich für mich geopfert hat, an meiner Stelle.
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